Nadja Beryl Jerczynski
Nadja Beryl Jerczynski
Ready To Jump, 2007,155x180cm,oil on cotton

 

 

Bei der Künstlerin Nadja Jerczynski denkt man an die Protagonisten der amerikanischen Moderne mit ihrem radikalen abstrakten Expressionismus. Rothko und Newman, beginnend in den 40iger Jahren bis in die 60iger etablieren tatsächlich nochmals eine eigene, neue Kunstrichtung, freilich basierend auf der Klassischen Moderne, die in München ihren Ursprung hatte. Jerczynski hellt einerseits das Gemüt mit einem kräftigen, wenngleich eingemischten Gelb auf, von fern ertönt das Motiv eines „Gelben Klanges“ und dennoch birgt das wunderbar ausponderierte Bild eine geheimnisvolle Stimmung, hervorgerufen durch ein leicht gestrecktes, queroblonges Quadrat in tiefem Dunkelbraun, aufgesockelt auf einem Grau in Graustreifen (s.a. Grey-Grey beim Meister). Das Bild trägt den Titel „Ready to Jump?“ und verweist fragend auf die scheinbare Stabilität. Wenn das in sich changierende Gelb das große Ganze, das Meer, versinnbildlicht, den Horizont, der uns umfängt, dann versucht das opake, kalt anmutende Braun den Sprung in die Komplementarität des grellen, ins Fahle gepinselte Gelb. An Scully erinnert tatsächlich die Einsamkeit, das Spannungsgeladene, das Unscharfe, als ob eine Antwort gefunden werden müsste. Ein ausbalanciertes, dennoch spannendes, ein sattes, dennoch irgendwo den Verstand sprengendes Bild. Auf diesen seltsamen, paradoxen Moment verweist der fragile und gleichzeitig ermutigende Titel.

 

Josef Paula, 2014 Helmholz-Zentrum München

 

 

 

When it comes to the work of the next artist, Nadja Jerczynski (fig. 9 – 12), the spectator’s mind is drawn to American Modernism and its representatives of radical Abstract Expressionism. Mark Rothko and Barnett Newman started to establish this new art form during the 1940ies and continued to elaborate it until the 1960ies. This art form was based on Classical Modern Art, which of course had it’s origins in Munich.

On the one hand Mrs Jerczynski enlightens the mind of the viewer with a powerful but mixed in yellow, conveying the motive of a remote “Yellow Chord”. On the other hand this wonderfully well-balanced painting evokes a mysterious atmosphere which is generated by a slightly stretched, oblong, dark-brown square, placed on a socket of grey (s. grey- on- grey, by Sean Scully). The title of the image is “Ready to Jump?” and refers to a descerned stability with a questionmark.

Considering the iridescent yellow as a symbol for oneness, the ocean, or the horizon which is embracing us, we might see on the contrary the opaque, somewhat cold, brown colour of the square as an attempt to allegorize the leap into the complementory contrast of the lurid yellow, brushed into sallowness.

The solitude, the tension, the blurred, as if an answer is to be found, - all this bears a strong reminiscense of Sean Scully. “Ready to Jump?” is a well-balanced, but still enthralling, a saturated, but somehow mind-blowing painting. It’s fragile but in the same time encouraging title refers accuratly to a peculiar, paradox moment.

 

 

Auf dem Weg zum Ziel

 

Prangenberg bei Gross, Preisträger im BBK, Jerczynski bei Heufelder

 

Unspektakulär und doch erstaunlich selbstbewusst ist die Malerei der 1970 geborenen, ehemaligen Zeniuk- und Scully- Schülerin an der Münchner Kunstakademie, Nadja Jerczynski. Ihre Bilder wirken wie Filter. Klassische Malereisujets, Stillleben, Landschaft oder Figuren, werden wie durch ein Raster gebrochen. Reale Eindrücke sind geometrisch abstrahiert und in ein von satten Kontrasten dominiertes Farbsystem übersetzt. Die Bilder besitzen eine erstaunliche, scheinbar statische Präsenz. Wie gebaut wirken sie und doch ist immer wieder Platz für spontane gestische Akzentuierungen. Diese Mischung hat etwas Fesselndes. Mal sehen, wohin der Weg noch führt.

 

SZ Kultur, 12.Februar 2013

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© Jerczynski